Pressemeldungen

25.01.2011

Zu den geplanten Änderungen der „Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung“ in Bezug auf die ärztliche Hilfe zur Selbsttötung, über die die heutige Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter dem Titel „Ethos und Berufsrecht“

„Es geht nicht darum, die Entscheidung von Menschen, die Suizid begehen, zu verurteilen. Das ist eine autonome Entscheidung, die jeder zu respektieren hat. Die Kritik der Patientenschützer richtet sich vielmehr gegen den Vorstandsbeschluss der Bundesärztekammer. Dieser sieht vor: Der Grundsatz, dass Beihilfe zum Suizid nicht zum ärztlichen Ethos gehört, soll abgeschafft werden. Wir warnen vor dieser gefährlichen Absicht, die eine Aufweichung des ärztlichen Standesrechts bedeutet. Diese Änderung würde dazu führen, dass ein Arzt bei der schwierigen Entscheidung, einem Suizidwilligen zu helfen oder nicht, sich selbst überlassen bleibt. Der Arzt befindet sich dann im Dilemma, denn ohne ethische Richtlinien braucht er andere Maßstäbe, die er seinem Handeln zugrunde legen kann. Solche lassen sich aber nicht in einem Leidenskatalog erstellen, denn Leiden ist nicht objektivierbar. Gewissensentscheidungen brauchen aber Regeln. Ohne Regeln werden diese Entscheidungen gewissenlos. Die Patientenschutzorganisation ruft den Deutschen Ärztetag auf, sich Ende Mai gegen die Abschaffung des ärztlichen Ethos in den Grundsätzen zu wehren. Damit soll deutlich werden, dass ärztliches Handeln nicht allein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb ist.“

Hintergrund

Die gemeinnützige und unabhängige Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung ist die Sprecherin der Schwerstkranken und Sterbenden. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Beiträgen von über 55.000 Mitgliedern und Förderern und unterhält das bundesweit einzigartige Patientenschutztelefon sowie die Schiedsstelle Patientenverfügung.