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Pressemeldungen 2005

29.11.2005

Deutsche Hospiz Stiftung: Gesetzgeber muss Ängste ernst nehmen - Erste Studie zu Patientenverfügungen in Deutschland


Deutsche Hospiz Stiftung: Gesetzgeber muss Ängste ernst nehmen - Erste Studie zu Patientenverfügungen in Deutschland

Kategorie:Pressemitteilungen 
Erstellt von: newseditor

Düsseldorf. Eine umfassende, professionelle Beratung ist für das Verfassen einer Patientenverfügung unverzichtbar. Das geht aus einer am Dienstag von der Deutschen Hospiz Stiftung in Düsseldorf zum Thema Patientenverfügung erstmals veröffentlichten Studie hervor. Mit 88 Prozent hält der Großteil der Befragten fachkundige Hilfe für unentbehrlich. „Das verdeutlicht, dass die politische Diskussion in den vergangenen Jahren an den Bedürfnissen, Wünschen und Ansprüchen der Menschen an eine Patientenverfügung schlichtweg vorbei gegangen ist“, kritisiert der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch. Somit ist klar: Beratung schafft erst die Voraussetzung für Selbstbestimmung und grenzt sie nicht ein.

Seit 1999 ist die Anzahl der Menschen in Deutschland, die eine Patientenverfügung erstellt haben, gerade mal um 6 Prozentpunkte von 8 auf 14 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen: Während 1999 rund 5 Millionen Menschen über 18 Jahren eine Patientenverfügung besaßen, hat sich sechs Jahre später ihre Anzahl auf nur 8,6 Millionen erhöht. Statt die Bevölkerung mit immer neuen vorgefertigten Vorsorgepapieren verschiedenster Organisationen zu überfordern, müssen wir ihnen beim Verfassen ihrer Patientenverfügung individuell helfen. „Hätte man das Geld statt für Vordrucke besser für die Information über Patientenverfügungen investiert, hätte man nicht für Verwirrung gesorgt, sondern praktische Hilfe geleistet“, beklagt Brysch.

Deshalb fordert die Deutsche Hospiz Stiftung ein Gesetz, das die Schriftlichkeit sowie die Beratungs- und die Aktualisierungspflicht einer Patientenverfügung regelt. „Nur so können die juristische Verbindlichkeit und die Wirksamkeit solcher Vorsorgedokumente gewährleistet werden“, betont Brysch. Denn genau das sind für viele Menschen die ausschlaggebenden Gründe, keine Patientenverfügung zu verfassen. „Für 54 Prozent der Deutschen ist zwar klar, worüber sie verfügen wollen, aber eine fehlende, eindeutige Rechtslage lässt sie am Verfassen einer Patientenverfügung scheitern“, erklärt Brysch. Genau dort setzt das Beratungskonzept der Deutschen Hospiz Stiftung an. Schließlich ist jede Patientenverfügung so individuell wie jedes einzelne Leben.

Hintergrund

Die gemeinnützige und unabhängige Deutsche Hospiz Stiftung ist die Patientenschutzorganisation der Schwerstkranken und Sterbenden. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Beiträgen von über 55 000 Mitgliedern und Förderern. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen DZI hat der Stiftung sein Spendensiegel verliehen, das Markenzeichen seriöser spendensammelnder Organisationen. Schirmherrin der Stiftung ist die Schauspielerin Uschi Glas.


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