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Pressemeldungen 2005

11.10.2005

Deutsche Hospiz Stiftung kritisiert Hamburger Justizsenator: Wir brauchen kein falsches Mitleid, sondern Recht auf Sterbebegleitung


Deutsche Hospiz Stiftung kritisiert Hamburger Justizsenator: Wir brauchen kein falsches Mitleid, sondern Recht auf Sterbebegleitung

Kategorie:Pressemitteilungen 
Erstellt von: newseditor

Dortmund. „Wir sind zutiefst entsetzt über die Forderung des Hamburger Justizsenators Roger Kusch (CDU), aktive Sterbehilfe zu legalisieren“, erklärt der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch. Gerade in der aktuellen Diskussion um die Etablierung der Schweizer Sterbehilfe-Praktiken in Deutschland bilden solche vereinzelten Meinungen den Nährboden für eine gesellschaftliche Akzeptanz der Tötung als vermeintlichen Liebesdienst. „Ausgerechnet aus dem Mund eines Christdemokraten klingt eine solche Äußerung wie ein Schlag ins Gesicht der Schwächsten“, betont Brysch. Statt sich seiner Verantwortung als Justizsenator in dieser Frage zu stellen, scheint Roger Kusch geradezu vor ihr zu fliehen. Schwerstkranke und Sterbende brauchen weder Mitleid noch Gnade, sondern Zuwendung und hochprofessionelle Versorgung.

Selbstbestimmung fängt nicht beim Töten an

Pflicht eines Justizsenators sollte es sein, die Richter auf diese wichtigen ethisch-juristischen Entscheidungen am Lebensende vorzubereiten. „Sie müssen über die Möglichkeiten der passiven Sterbehilfe, die Chancen der Patientenverfügung und die wahren Wünsche und Bedürfnisse der Patienten aufgeklärt werden“, fordert Brysch. Denn: Selbstbestimmung fängt nicht beim Töten an. Vielmehr sind Wahlfreiheit und Selbstbestimmung verfassungsgemäße Rechte. Für diese muss der Staat Sorge tragen, indem er entsprechende Bedingungen für eine professionelle Hilfe beim Sterben und nicht zum Töten schafft. Wer meint, wenige Sorgfaltskriterien könnten den Missbrauch aktiver Sterbehilfe verhindern, der irrt gewaltig. Wie die traurigen Beispiele aus den Niederlanden und Belgien immer wieder zeigen, ist eine Kontrolle aktiver Sterbehilfe schier unmöglich. Deshalb hat Deutschland nur eine einzige Möglichkeit: An Paragraph 216, Tötung auf Verlangen, darf nicht gerüttelt werden.

Hintergrund

Die gemeinnützige und unabhängige Deutsche Hospiz Stiftung ist die Patientenschutzorganisation der Schwerstkranken und Sterbenden. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Beiträgen von über 55 000 Mitgliedern und Förderern. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen DZI hat der Stiftung sein Spendensiegel verliehen, das Markenzeichen seriöser spendensammelnder Organisationen. Schirmherrin der Stiftung ist die Schauspielerin Uschi Glas.


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