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Pressemeldungen 2004

09.09.2004

„Mar adentro“: Desinformation und Propaganda pro Euthanasie


„Mar adentro“: Desinformation und Propaganda pro Euthanasie

Kategorie:Pressemitteilungen 
Erstellt von: newseditor

Dortmund. Die Deutsche Hospiz Stiftung kritisiert den Film „Mar adentro“ als unrealistische Propaganda pro Euthanasie. In dem Film geht es um einen lebenslustigen vom Kopf ab querschnittsgelähmten Menschen. Er verlangt nach einem Giftbecher, den er zum Schluss auch trinkt und daran qualvoll stirbt. Der Film ist dramatisch, ist mitreißend, ist anrührend – so steht es in den Rezensionen. Doch die filmische Darstellung des Sterbens geht an der Realität vorbei. „Wer so gut versorgt wird, wie der Seemann Ramón in dem Film, will nicht sterben. Euthanasie fordern Menschen ein, die keine professionelle umfassende Begleitung bekommen“, sagt Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung. Das bestätigen zahlreiche Studien. Sterben wollen Schwerstkranke, wenn sie das Gefühl haben, anderen zur Last zu fallen. Das hat dann nichts mehr mit Selbstbestimmung zu tun, sondern ist Fremdbestimmung. „Wer professionelle, ganzheitliche Begleitung und Schmerztherapie erhält, will nicht euthanasiert werden“, sagte Eugen Brysch. Palliative-Care dämmt den Willen nach aktiver Sterbehilfe ein.

Wann kommt das filmische Plädoyer für die Hospizidee?

Warum wird diese umfassende Begleitung nicht einmal in Szene gesetzt? Warum plädiert kein Film für eine bessere Begleitung und Versorgung für Schwerstkranke und Sterbende? Ist das nicht dramatisch genug und zu normal? Von den 850 000 Menschen die jedes Jahr in Deutschland sterben, werden nur 2,1 Prozent durch Palliative-Care und 4,3 Prozent hospizlich betreut. Normal ist diese Begleitung also noch lange nicht. Warum also wird wieder einmal Euthanasie zum Thema gemacht? Eugen Brysch: „Aktive Sterbehilfe ist ein Thema, das polarisiert. Es lockt Zuschauer ins Kino.“ Dass in solchen Filmen umfassende Sterbebegleitung ausgeblendet wird, ist klar: Wo gezeigt wird, welche Alternativen es zu aktiver Sterbehilfe gibt, funktioniert die Propaganda pro Euthanasie nicht. Also wird ein Fall so in Szene gesetzt, dass alles passt. „Die Befürworter der Euthanasie reden von Selbstbestimmung. Was sie tun, ist gezielte Desinformation. Wenn alle über die Möglichkeiten einer menschenwürdigen Begleitung und Versorgung bis zum Tode informiert wären, gäbe es die Diskussion um aktive Sterbehilfe überhaupt nicht“, sagt Eugen Brysch.

Hintergrund

Die gemeinnützige und unabhängige Deutsche Hospiz Stiftung ist die Patientenschutzorganisation der Schwerstkranken und Sterbenden. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Beiträgen von über 55 000 Mitgliedern und Förderern. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen DZI hat der Stiftung sein Spendensiegel verliehen, das Markenzeichen seriöser spendensammelnder Organisationen. Schirmherrin der Stiftung ist die Schauspielerin Uschi Glas.


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