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Pressemeldungen 2003

29.09.2003

Deutsche Hospiz Stiftung warnt Europarat vor Legalisierung der aktiven Sterbehilfe. Mehr als 25 000 Menschen könnten unfreiwillig getötet werden


Deutsche Hospiz Stiftung warnt Europarat vor Legalisierung der aktiven Sterbehilfe. Mehr als 25 000 Menschen könnten unfreiwillig getötet werden

Kategorie:Pressemitteilungen 
Erstellt von: newseditor

Straßburg/ Dortmund. „Das Recht auf Leben hat nichts mit einem Recht auf Töten zu tun“, warnt Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung. „Eine europaweite Legalisierung der aktiven Sterbehilfe öffnet dem Missbrauch Tür und Tor.“ Wenn das Euthanasie-Modell der Niederlande auf sämtliche europäische Staaten übertragen wird, dann werden jedes Jahr mindestens 100 000 Menschen durch aktive Sterbehilfe getötet. Jeder vierte Betroffene kommt dabei ums Leben, ohne dass seine Einwilligung zur Tötung vorliegt. Das sind jedes Jahr 25 000 Menschen. Dies betrifft auch Patienten, die in der Lage sind, ihren Willen zu äußern. Eine besonders große Gefahr besteht für die zwölf Millionen Menschen in Europa, die unter Demenz leiden. Die Deutsche Hospiz Stiftung fordert die Politiker auf, sich endlich mit den Praktikern an einen Tisch zu setzen und Konzepte für ein menschenwürdiges Sterben in Europa zu erarbeiten.

Palliative –Care als „Hilfe für Sterbende“ statt „Hilfe zum Töten“

Das Vorhaben des Europarates stellt eine Kehrtwende in der bisherigen Politik dar: 1999 hatte der Europarat das Töten auf Verlangen abgelehnt. Die Deutsche Hospiz Stiftung fordert den Europarat auf, mutig zu seinem eigenen Beschluss von 1999 zu stehen. Darin verpflichten sich die europäischen Mitgliedsstaaten, schwerstkranken und sterbenden Patienten Palliative-Care-Versorgung anzubieten. „Palliative-Care, die umfassende medizinische Versorgung und Pflege unheilbar kranker Menschen, muss überall in Europa als Leistung abrechenbar werden“, so Eugen Brysch. Dies entspricht den tatsächlichen Bedürfnissen und Wünschen der Patienten. „Wenn der Europarat die aktive Sterbehilfe legalisiert, dann werden sich alte, schwerstkranke und behinderte Menschen zukünftig für ihr Dasein rechtfertigen müssen. Es wird für sie immer schwieriger, die Hilfe einzufordern, die sie brauchen“, sagt Brysch.

Hintergrund

Die gemeinnützige und unabhängige Deutsche Hospiz Stiftung ist die Patientenschutzorganisation der Schwerstkranken und Sterbenden. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Beiträgen von Mitgliedern und Förderern. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen DZI hat der Stiftung sein Spendensiegel verliehen, das Markenzeichen seriöser spendensammelnder Organisationen. Schirmherrin der Stiftung ist die Schauspielerin Uschi Glas.


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