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Pressemeldungen 2003

01.07.2003

Deutsche Hospiz Stiftung fordert ein Ende des Lamentierens - Gemeinsame Gesundheitskommission muss handeln


Deutsche Hospiz Stiftung fordert ein Ende des Lamentierens - Gemeinsame Gesundheitskommission muss handeln

Kategorie:Pressemitteilungen 
Erstellt von: newseditor

Dortmund/Mainz. Sparen im Gesundheitswesen auf Kosten von Alten. Die ARD-Sendung Report aus Mainz vom 30. Juni 2003 bestätigt das in ausdrücklicher Weise.Nicht erst in einigen Jahren sondern bereits heute werden alte Menschen vom System der Gesundheitsversorgung diskriminiert. Die angeblich drohende Rationierung, die bereits vor vier Wochen in einer Reportsendung thematisiert und für die Zukunft prognostiziert worden ist, gehört heute schon zum Alltag. Sie diskriminiert die gesellschaftliche Gruppe von alten und sterbenden Menschen. Also rund drei Millionen Betroffene in Deutschland.

Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung fordert „ein Ende des Lamentierens und das Nutzen der aktuellen Diskussion als Chance“. Da zum jetzigen Zeitpunkt noch ausreichende Mittel zur Verfügung stehen, warnt die Stiftung davor, wahllos Leistungen zu kürzen, wie jetzt in der Schmidt-Seehofer-Kommission für die Reform des Gesundheitswesens diskutiert wird. „Statt fantasielos zu kürzen, ist es besser, die vorhandenen Mittel bedarfsorientiert zur Begleitung der Schwerstkranken und Sterbenden einzusetzen. Wichtig ist, dass die Betroffenen auf Augenhöhe mit den Leistungserbringern, den Krankenkassen und Gesundheitspolitikern ihre Vorstellungen und Wünsche darstellen können.“

Schon heute werden von den 218 Mrd. Euro des jährlichen Gesundheitsbudgets rund 60% für die letzten 12 Lebensmonate ausgegeben. Tatsache ist, so Eugen Brysch, „dass das Gesundheitssystem bei der Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden versagt“, da allein der Heilungserfolg abrechnungsfähig ist. Es gibt kein Konzept für Sterben. Nur durch finanzielle Anreize, wie beispielsweise ein personenbezogenes Tagesbudget, wird es möglich sein, strukturelle Veränderungen auch tatsächlich zu realisieren. Bundesregierung und Opposition sind aufgefordert jetzt ein persönliches Tagesbudget in Höhe von 250 Euro für jeden Schwerstkranken und Sterbenden einzuführen. Statt sinnlose und teure Therapien zu finanzieren, die schon heute täglich 450 Euro kosten.

Hintergrund

Die Deutsche Hospiz Stiftung ist die Patientenschutzorganisation für Schwerstkranke und Sterbende und kooperiert mit insgesamt 111 Hospizeinrichtungen in ganz Deutschland. Sie hat 55.000 Spender und Mitglieder. Das Zentralinstitut für soziale Fragen hat der gemeinnützigen Organisation sein Spendensiegel verliehen – das Markenzeichen seriöser spendensammelnder Organisationen. Schirmherrin der Stiftung ist die Schauspielerin Uschi Glas.


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