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Pressemeldungen 2002

29.04.2002

Diane-Pretty-Prozess: Tötungsverbot gilt auch für Schwerstkranke - Deutsche Hospiz Stiftung begrüßt Straßburger Urteil


Diane-Pretty-Prozess: Tötungsverbot gilt auch für Schwerstkranke - Deutsche Hospiz Stiftung begrüßt Straßburger Urteil

Kategorie:Pressemitteilungen 
Erstellt von: newseditor

Straßburg / Dortmund. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat heute (29.4.) entschieden, dass Diane Pretty nicht staatlich legitimiert getötet werden darf. Die Engländerin hatte das Recht gefordert, sich töten zu lassen. Sie hat die unheilbare Nervenkrankheit Amyotrophische Lateralsklerose (ALS). Die Deutsche Hospiz Stiftung mit Sitz in Dortmund verweist auf neueste Forschungen. Danach müssen ALS-Kranke bei richtiger Behandlung nicht qualvoll sterben. Stiftungs-Ärztin Monika Schweihoff: "Wichtig ist, dass sie rechtzeitig aufgeklärt und palliativmedizinisch behandelt werden." Sie brauchen therapeutische Hilfe gegen Begleiterscheinungen der Krankheit wie Angst und Atemnot. Vor allem aber brauchen sie und ihre Angehörigen psychosoziale Begleitung. Unter diesen Voraussetzungen haben sie keinen quälenden Todeskampf, sondern schlafen in der Regel ruhig ein - ein natürlicher Tod, auf den jeder ein Recht hat. Sie leiden normalerweise auch nicht unter Schmerzen. Leider sind diese neuen Erkenntnisse noch weitgehend unbekannt.

Stephen Hawking erringt trotz ALS wissenschaftliche Erfolge

ALS hat auch der weltbekannte Astrophysiker und Buchautor Professor Stephen Hawking ("Das Universum in der Nussschale"), seit fast 40 Jahren. Heute ist er 60. Seine Lebensgeschichte zeigt, so Hawking: "Man darf nie die Hoffnung aufgeben."

Schweihoff zum Straßburger Prozess: "Selbstbestimmung beginnt bei Aufklärung und Behandlung - und nicht beim Töten." Tragisch ist, dass selbst Ärzte zu wenig über ALS informiert sind. "Wie sollen sich dann ihre Patienten auskennen?" Die Richter standen vor der schwierigen Aufgabe, sich nicht von gut gemeintem, aber tödlichen Mitleid überwältigen zu lassen. Stattdessen waren die aktuellen Fakten der ALS-Forschung zu berücksichtigen.

Schweihoff: "Zum Glück haben die Richter nun keinen Freibrief zum Töten gegeben." Denn wenn Einzelfälle zum allgemeinen Prinzip würden, ginge die Achtung vor der Menschenwürde verloren. "Wichtig ist es jetzt, Diane Pretty und ihre Angehörigen zu unterstützen. Sie können sich gerne an die Deutsche Hospiz Stiftung wenden, die auch im Ausland über zahlreiche intensive Kontakte verfügt." In Deutschland erkranken jährlich 4.000 Menschen neu an ALS. Die Deutsche Hospiz Stiftung kämpft als Vertreter der Schwerstkranken und Sterbenden für Selbstbestimmung und Patientenschutz. Sie hat über 50.000 Mitglieder und Förderer.


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