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Pressemeldungen 2001

18.02.2001

Erfolg: Ein Drittel der Deutschen für Hospizarbeit


Erfolg: Ein Drittel der Deutschen für Hospizarbeit

Kategorie:Pressemitteilungen 
Erstellt von: newseditor

Dortmund. Über ein Drittel der Deutschen spricht sich für Hospizarbeit aus. In einer aktuellen repräsentativen Erhebung der GfK Marktforschung bei 2.500 Befragten im Auftrag der Apotheken Umschau bekannten sich 34,8 % zu der Auffassung "Ich bin gegen aktive Sterbehilfe, aber wenn Heilungsversuche aussichtslos sind, sollte man sie einstellen und sich auf die Schmerzlinderung und menschliche Zuwendung beschränken." Damit werden von immer mehr Menschen moderne Schmerztherapie (Palliativmedizin) und psychosoziale Betreuung als Alternative und Antwort auf aktive Sterbehilfe erkannt. "Unsere Botschaft kommt an," sieht sich Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung, bestätigt: "Aktive Sterbehilfe ist nur eine kostengünstige Schein-Lösung. Die Menschen wollen aber eine grundsätzliche Veränderung im Umgang des Gesundheitssystems mit dem Tabu-Thema Tod."

Differenzierter Umgang: Nur 30 Prozent für aktive Sterbehilfe

Die Auswertung der Umfrage ist in der neuen Apotheken Umschau abgedruckt, die in allen Apotheken erhältlich ist. In ihr wird deutlich, dass nur eine differenzierte Befragung aufschlussreiche Ergebnisse bringt. "Die kommerziellen Sterbehilfe-Organisationen veröffentlichen immer wieder Umfrageergebnisse, die auf dem einfachen Ja/Nein-Schema beruhen," kritisiert Brysch. Das Thema habe aber medizinische, ethische und für jeden auch persönliche Dimensionen. Es muss auf Alternativen und Risiken hingewiesen werden. Explizit für aktive Sterbehilfe, also die Tötung des Patienten aus dessen Wunsch, sprechen sich nur 30,8 % aus. Für Hospizarbeit votieren 34,8 Prozent. Insgesamt sind für Sterbehilfe 51,8 Prozent der Befragten. Unter dem Sammelbegriff wird neben der aktiven auch die in Deutschland erlaubte passive (lebenserhaltende Maßnahmen werden abgebrochen - beispielweise künstliche Beatmung) und indirekte Sterbehilfe (Schmerzbehandlung, die bei einem Sterbenden einen vorzeitigen Tod hervorrufen kann) verstanden. Fast ein Drittel der Befragten lehnen jede Form der Sterbehilfe ab: 29,7 Prozent meinen, dass sie gegen jede Art von Sterbehilfe seien, "denn es ist viel zu schwierig zu sagen, wo die Grenzen liegen sollen und wer entscheiden darf."

Meinung hängt von Alter und Ausbildung ab

Die Deutsche Hospiz Stiftung sieht das Umfrageergebnis als klaren Auftrag, weiterhin Informationsarbeit für den Hospizgedanken zu leisten. Gerade bei jungen Menschen (ein Sechstel) ist die Hospiz-Idee noch nicht ausreichend bekannt. Akademiker würden seltener um Sterbehilfe bitten als Hauptschüler ohne Abschluss, die wiederum weniger die Hospiz-Idee bevorzugen. "Um für Hospizarbeit zu sein, muss man wissen, was das ist. Dann kann man auch seine Rechte durch eine verbindliche Patientenverfügung frühzeitig sichern." beschreibt Brysch das Problem.


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