Startseite

PatientenschutztelefonKostenfreie Beratung

Patientenschutztelefon

Patientenschutztelefon

Dortmund: 0231 7380730
Berlin: 030 28444840
München: 089 2020810

Pressemeldungen 2000

27.10.2000

Ziviler Ungehorsam gegen die Auswüchse der Bürokratie - Deutsche Hospiz Stiftung fordert Mut zum individuellen Trauern


Ziviler Ungehorsam gegen die Auswüchse der Bürokratie - Deutsche Hospiz Stiftung fordert Mut zum individuellen Trauern

Kategorie:Pressemitteilungen 
Erstellt von: newseditor

Dortmund. Für Mut zum unkonventionellen Trauern setzt sich die Deutsche Hospiz Stiftung ein. Die anstehenden Gedenktage im November - Allerheiligen, der Volkstrauertag und der Totensonntag - erinnern besonders an die Verstorbenen. Doch trotz anderer Freiheiten, Trauernde werden auch heute noch ausgegrenzt und in ein Korsett starrer Regeln gezwängt. "Aber Menschen müssen individuell trauern, damit sie nicht krank werden", so Elke Simon, Diplom-Theologin der Stiftung. Sie fordert zu mehr Kreativität auf. "Warum sollen Trauernde bei Beerdigungen immer schwarz tragen? Manche fühlen sich dem Verstorbenen in dessen Lieblingskleidung näher, sei sie nun blau oder rot."

Makabre Regeln

Simon fordert zum zivilen Ungehorsam auf, als Mittel gegen die Auswüchse der Bürokratie. "Es ist verboten, die Asche von Verstorbenen in einem Fluss oder auf Grünflächen zu verstreuen. Erlaubt ist es hingegen, Urnen auf hoher See versenken zu lassen." Das Makabre an dieser Regelung zum Feuerbestattungsgesetz: Kapitän und Reederei müssen peinlichst genau Buch darüber führen, wo sie die Urne versenkt haben. Doch, so die Vorschrift, "die zur Seebestattung verwendeten Urnen müssen aus einem Material hergestellt sein, das sich in Seewasser auflöst, wie z. B. Pappmaché". Dazu Simon: "Also erst registrieren und dann sicherstellen, dass sich die Asche nicht mehr am registrierten Ort befindet. Da wiehert der Amtsschimmel."

Enteigneter Tod

"Heutzutage wird sogar der Tod enteignet", empört sich Elke Simon. "Dagegen müssen wir uns wehren." Sie fordert jeden dazu auf, nach seiner eigenen Fasson mit der Trauer umzugehen. "Manchem hilft es, auf Traditionen wie das Aufbahren zurückzugreifen. Andere möchten dem Toten noch Dinge aus dieser Welt mitgeben, wie früher die Ägypter." Lernen können wir von der Unbefangenheit, mit der Kinder trauern, ganz individuell. Für die Stiftung steht fest: Jeder sollte sich trauen zu trauern.


Wir sind für Sie da!

Geschäftsstelle Dortmund: Tel. 0231 7 38 07 30
Informationsbüro Berlin: Tel. 030 28 44 48 40
Informationsbüro München: Tel. 089 2 02 08 10

www.stiftung-patientenschutz.de
info@stiftung-patientenschutz.de