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09.07.2000

Nur Scheinsieg bei der Sterbehilfe in den Niederlanden - Deutsche Hospiz Stiftung warnt vor einer Katastrophe


Nur Scheinsieg bei der Sterbehilfe in den Niederlanden - Deutsche Hospiz Stiftung warnt vor einer Katastrophe

Kategorie:Pressemitteilungen 
Erstellt von: newseditor

Dortmund. Vor einem "Scheinsieg" warnt die Deutsche Hospiz Stiftung (Dortmund) mit Blick auf den Nachbarn Niederlande. Die Regierung hat dort am Wochenende einen Teil des umstrittenen Sterbehilfe-Gesetzes zurückgezogen. Darin war vorgesehen, dass sogar Kinder das Recht auf aktive Sterbehilfe hätten - ohne Einwilligung ihrer Eltern. Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung: "Das gesamte Gesetzesvorhaben ist eine gesellschaftliche Katastrophe. Es muss komplett gekippt werden." Brysch verweist auf eine Studie der Erasmus Universität Rotterdam in 649 Fällen aktiver Sterbehilfe. Danach ist die angeblich so humane Euthanasie außerordentlich brutal. Bei jedem Vierten (23 Prozent), der getötet werden soll, kommt es zu Komplikationen. In 18 Prozent der Fälle muss der Arzt nachhelfen. Und: Sechs Prozent der Opfer aktiver Sterbehilfe wachen aus dem Koma wieder auf - mit schweren Schäden. Brysch warnt vor einem Dammbruch: "Wenn aktive Sterbehilfe legal ist, entscheiden auch Fremde und Erbschleicher über Menschenleben."

Keine Lizenz zum Töten

In den Niederlanden stand die Regierung offensichtlich mit dem Rücken zur Wand wegen des geplanten Gesetzes zur Straffreiheit für Sterbehilfe. Nun hat sie einen der Kritikpunkte aufgenommen, um wenigstens das restliche Gesetz im Parlament durchzusetzen. Darüber soll noch in diesem Jahr abgestimmt werden. Bisher ist die aktive Sterbehilfe in den Niederlanden zwar strafrechtlich verboten, aber praktisch geduldet. Sogar kleine Kinder werden unter dem Deckmantel des Mitleids getötet. Das soll auch das Gesetz nicht ändern. Zurückgenommen wurde nur die Möglichkeit der Kinder, selbst zu entscheiden, nicht aber die von Eltern oder Ärzten - eine Lizenz zum Töten. "Es ist ein Skandal, dass Ärzte töten anstatt zu helfen", so Brysch.

Palliativmedizin und Hospizarbeit - die Alternativen zur Euthanasie

Es gibt Alternativen zur Euthanasie. "Auch Sterbende können - begleitet von qualifizierten Hospizdiensten - ihre letzte Lebensphase in Würde verbringen." Nötig sind Pflege, menschliche Zuwendung und eine professionelle Schmerztherapie. Wenn die Alternativen bekannt sind, entscheiden sich die meisten gegen aktive Sterbehilfe. Das ergab eine Studie des Emnid-Instituts, die die Deutsche Hospiz Stiftung diese Woche in München vorstellte. Danach sind fast zwei Drittel (56,6 Prozent) der Deutschen für den Einsatz von Palliativmedizin - der modernen Schmerzmedizin - und Hospizarbeit. Lediglich ein gutes Drittel (35,4 Prozent) ist für aktive Sterbehilfe.


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