Startseite

PatientenschutztelefonKostenfreie Beratung

Patientenschutztelefon

Patientenschutztelefon

Dortmund: 0231 7380730
Berlin: 030 28444840
München: 089 2020810

Pressemeldungen 2013

20.02.2013

Palliativ-Patienten leiden - Gesundheitssystem versagt


Palliativ-Patienten leiden - Gesundheitssystem versagt
Kategorie:Pressemitteilungen 
Erstellt von: kdiehl

Der Gesundheitsausschuss des Bundestages befasst sich heute mit einem Bericht zur Umsetzung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Dazu erklärt der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch:

Berlin. "Seit sechs Jahren gibt es den Rechtsanspruch auf SAPV. Der Gesetzgeber wollte damals jährlich 80.000 Menschen mit schwersten Symptomen durch bundesweit 330 speziell ausgebildete Teams versorgen. Sie bestehen aus Ärzten, Pflegekräften und Sozialarbeitern. So ist es möglich, dass sie bei Bedarf die komplette medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten übernehmen können. Ziel war es, eine solche umfassende Versorgung Zuhause und im Pflegeheim möglich zu machen.

Der aktuelle Bericht zeigt jedoch ein anderes Bild: Maximal 50 Prozent der Menschen, die diese speziellen palliativen Leistungen benötigen, erhalten sie tatsächlich. Selbst diese Zahlen sind geschönt. Denn es werden nur Abrechnungsfälle gezählt. Wenn ein Patient zum Beispiel in zwei Quartalen SAPV erhält, wird er zwei Mal gezählt. Ebenso kommen diese Leistungen nur in wenigen Fällen aus einer Hand.

Von einer bundesweiten Versorgung kann nicht die Rede sein. In Westfalen-Lippe leben 8,3 Millionen Menschen. Es gibt aber nur zwei SAPV-Teams. In Bayern leben 12,5 Millionen Menschen, von 71 Landkreisen haben nur 13 ein SAPV-Team. Beispiel Baden-Württemberg: Von 35 Landkreisen haben nur 14 ein SAPV-Team. Diese Zahlen zeigen, dass wir noch weit davon entfernt sind, 80.000 Schwerstkranke im Jahr mit diesem besonderen Angebot zu erreichen.

Ebenso wird deutlich, dass der Rechtsanspruch auf SAPV für viele Patienten ein leeres Versprechen ist. Auch wenn sie es wollen, können sie wegen fehlender Angebote diese Leistungen gar nicht in Anspruch nehmen. Es war geplant, dass für je 250.000 Einwohner ein SAPV-Team zuständig ist. Die Zahlen zeigen aber ein anderes Bild. Wie lange wird Bundesgesundheitsminister Bahr diesem Systemversagen weiter zuschauen? Wie lange müssen Menschen in Deutschland leiden, bis endlich der Rechtsanspruch Realität wird? Bei diesem Thema sind neben den Kassen auch die Leistungsanbieter in der Pflicht."

Mehr dazu finden Sie im aktuellen Patientenschutz-Info-Dienst.



Wir sind für Sie da!

Geschäftsstelle Dortmund: Tel. 0231 7 38 07 30
Informationsbüro Berlin: Tel. 030 28 44 48 40
Informationsbüro München: Tel. 089 2 02 08 10

www.stiftung-patientenschutz.de
info@stiftung-patientenschutz.de