Hospiz

30.04.2013

Organspende: Aufruf für ein Bundesinstitut für Transplantationsmedizin

Zum aktuellen Aufruf für ein Bundesinstitut für Transplantationsmedizin erklärt der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch:

Berlin. „Wenn der Generalsekretär des Verbandes der Universitätsklinika und der Ärztliche Direktor eines führenden Universitätsklinikums eine grundsätzliche Änderung des Transplantationssystems fordern, dann muss Bundesgesundheitsminister Bahr endlich aktiv werden. Die Kritik am System ist gravierend: Die Zuständigkeit der Bundesärztekammer sei falsch. Der Gesetzgeber müsse ‚politisch-ethische Entscheidungen’ selbst treffen, insbesondere bei Fragen von Leben und Tod. Auch an der Kontrolle, die neues Vertrauen schaffen soll, lassen die Experten kein gutes Haar. Die Überwachungskommission ‚im Nebenamt’ sei nicht effektiv.

Ein dilettantisches, unprofessionelles und ethisch fragwürdiges Transplantationssystem: Das ist das vernichtende Urteil der Experten. Die Meinung von einzelnen Fachleuten ist gut. Doch jetzt ist es an der Zeit, dass sich die vielen ärztlichen Fachverbände zu Wort melden. Die meisten Mediziner sind der Meinungsführerschaft von wenigen Interessensvertretern überdrüssig. Viel zu lang wurde dieses Thema der Bundesärztekammer, der Deutschen Stiftung Organtransplantation und der Deutschen Transplantationsgesellschaft überlassen. Mit der Gründung eines eigenen Bundesinstitutes für Transplantationsmedizin kann Bahr endlich beweisen, dass er es mit der Vertrauensoffensive für die Organspende ernst meint. Nur so kann er sich aus der Umklammerung der Besitzstandswahrer lösen.“

Hintergrund

Die gemeinnützige Deutsche Stiftung Patientenschutz ist die Sprecherin der schwerstkranken, schwerstpflegebedürftigen und sterbenden Menschen. Zur Wahrung der Unabhängigkeit verzichtet sie auf Gelder der Leistungserbringer, Krankenkassen und der öffentlichen Hand. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Beiträgen ihrer 55.000 Mitglieder und Förderer. Mit dem Patientenschutztelefon bietet sie Hilfesuchenden und Betroffenen praktische Unterstützung bei Fragen rund um das Pflegerecht, Pflegeeinstufungen und Pflegemissstände. Ebenso hilft sie bei der Durchsetzung des Anspruchs auf Palliative Care und Sterbebegleitung, bietet Beratungen und Umsetzung von Patientenverfügungen sowie Hilfe beim Krankenkassenwechsel an. Sie hieß früher Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung.

Hinweise der Deutschen Stiftung Patientenschutz

  • Seit Juli 2009 muss der gesetzlich versicherte Patient für einen Hospizaufenthalt keinen Eigenanteil mehr bezahlen. Ausgenommen sind Sonderleistungen, wie zum Beispiel ein Fernsehanschluss. Erhalten Sie dennoch eine Rechnung über einen Eigenanteil, prüfen wir diese gern für Sie.
  • Als Privatversicherter sollten Sie vor einem Hospizaufenthalt bei Ihrer Krankenkasse erfragen, ob die Kosten übernommen werden. Das gilt vor allem dann, wenn diese Leistung in Ihrer Versicherungpolice nicht erwähnt wird. Manche privaten Kassen übernehmen die Kosten aus Kulanzgründen. Bei Schwierigkeiten wenden Sie sich bitte an uns.
  • Ist die Dauer des Aufenthalts im Hospiz länger als erwartet, lehnt die Krankenkasse unter Umständen die weitere Kostenübernahme ab. Der Patient wird dazu aufgefordert, wieder nach Hause oder in ein Pflegeheim umzuziehen. Ob zu Recht oder Unrecht, muss im Einzelfall geprüft werden. Als Betroffener wenden Sie sich bitte an uns.
  • Der Wechsel in ein Hospiz ist für Pflegeheimbewohner nahezu ausgeschlossen. Deshalb empfiehlt es sich, bereits bei der Entlassung aus dem Krankenhaus auf einen Hospizaufenthalt zu drängen, falls eine entsprechende Krankheitssituation vorliegt. Lehnt die Krankenkasse das ab, wenden Sie sich bitte umgehend an uns.