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Pressemeldungen 2013

04.09.2013

Prüfbericht: Vertrauenskrise der Organspende in Deutschland verlangt politische Konsequenzen


Prüfbericht: Sorgen und Nöte der Schwerstkranken und das Misstrauen der Bevölkerung bleiben / Krise der Organspende in Deutschland verlangt politische Konsequenzen
Kategorie:Pressemitteilungen 
Erstellt von: kdiehl

Zu dem heute vorgelegten Bericht der Prüf- und Überwachungskommission im Transplantationsrecht erklärt der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz Eugen Brysch:

Berlin. "Das Transplantationssystem in Deutschland braucht das Vertrauen der Bevölkerung. Ethik, Aufklärung, Transparenz und politische Verantwortung sind dafür die Voraussetzungen. Dabei darf es nicht um Skandalisierung gehen, weil nach dem Skandal das Thema aus der Öffentlichkeit verschwindet, die Sorgen und Nöte der Schwerstkranken und das Misstrauen der Bevölkerung jedoch bleiben. Seit Jahren erleben die Patientenschützer, dass es immer schwieriger wird, die Menschen von der Wichtigkeit der Organspende zu überzeugen. Der heute vorgelegte Prüfbericht nährt die Sorge, dass die Politik und die privaten Akteure des Transplantationssystems nicht bereit zu einer notwendigen radikalen Wende sind. Richtlinienverstöße bleiben Verstöße. Jetzt eine neue Kategorie einzuführen und zwischen systematischen und nicht-systematischen Verstößen zu unterscheiden, stärkt die Befürchtung, dass die grundsätzlichen Änderungen weiter ausbleiben. Ein erster Schritt muss die Überführung der Prüf- und Überwachungskommission in staatliche Verantwortung sein. Wir brauchen hauptamtliche und unabhängige Prüfer und Experten, die nicht nur alle Altfälle aufarbeiten sondern permanent fortlaufend  das aktuelle Transplantationsgeschehen kontrollieren. Die tiefste Vertrauenskrise der Organspende in Deutschland verlangt politische Konsequenzen."
 

Hintergrund

Die gemeinnützige Deutsche Stiftung Patientenschutz ist die Sprecherin der schwerstkranken, schwerstpflegebedürftigen und sterbenden Menschen. Zur Wahrung der Unabhängigkeit verzichtet sie auf Gelder der Leistungserbringer, Krankenkassen und der öffentlichen Hand. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Beiträgen ihrer 55.000 Mitglieder und Förderer. Mit dem Patientenschutztelefon bietet sie Hilfesuchenden und Betroffenen praktische Unterstützung bei Fragen rund um das Pflegerecht, Pflegeeinstufungen und Pflegemissstände. Ebenso hilft sie bei der Durchsetzung des Anspruchs auf Palliative Care und Sterbebegleitung, bietet Beratungen und Umsetzung von Patientenverfügungen sowie Hilfe beim Krankenkassenwechsel an. Sie hieß früher Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung.


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