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Pressemeldungen 2013

12.11.2013

Organspendebereitschaft auf dem Tiefstand - Neustrukturierung des Systems notwendig, um Vertrauen zu schaffen


Organspendebereitschaft auf dem Tiefstand - Neustrukturierung des Systems notwendig, um Vertrauen zu schaffen
Kategorie:Pressemitteilungen 
Erstellt von: kdiehl
Zu den heute von der DSO vorgestellten Organspendezahlen, erklärt der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch:

Berlin. "Mit den heute vorgestellten Zahlen hat die Organspendebereitschaft in Deutschland einen Tiefpunkt erreicht. Und das, obwohl laut Focus die Zahl der Menschen mit Organspendeausweis in 2013 deutlich gestiegen ist. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation erklärt dies mit der Verunsicherung in der Ärzteschaft. Aus Sicht der Patientenschützer dürfte es aber vor allem an fehlendem Vertrauen der Bevölkerung liegen. Die mangels Organspendeausweis zur Entscheidung befugten Angehörigen entscheiden im Zweifel gegen die Organspende.

Wichtigste Aufgabe aller am Organspendesystem Beteiligten muss es daher sein, Vertrauen zu schaffen. Und das geht nur mit echten Reformen, mit einer Neustrukturierung des Systems. Als Patientenschützer erleben wir aber, dass die Beteiligten dieses Systems unfähig sind, die Fehler bei sich zu suchen. Stattdessen wird lanciert, dass die kritische Berichterstattung am Rückgang der Spenderbereitschaft schuld sei. Eine solche Argumentation ist jedoch sehr vordergründig. Denn die Lobby der Transplantationsmediziner nutzt sie, um von den Systemfehlern abzulenken. Diese Strategie wird offenbar, wenn es um mehr Patientenrechte für Menschen auf der Warteliste geht. Das transparente Verhalten den Betroffenen gegenüber ist unterentwickelt: Patienten werden nicht unterstützt, wenn es um ihr Einsichtsrecht auf die Warteliste geht. Fehlanzeige, wenn es um die Frage der gerichtlichen Überprüfung von Wartelistenentscheidungen geht. Schnelle Ablehnung, wenn sich Patienten nicht an den Verhaltenscodex der Klinik halten. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz unterstützt seit Jahren Patienten mit solchen Problemen auf der Warteliste und erlebt deren Schicksal. Wir sehen daher, dass das unter den Teppich kehren nicht den Patienten hilft, sondern den Akteuren, die nicht wollen, dass sich im deutschen Organspendesystem allzu viel ändert."


Hintergrund

Die gemeinnützige Deutsche Stiftung Patientenschutz ist die Sprecherin der schwerstkranken, schwerstpflegebedürftigen und sterbenden Menschen. Zur Wahrung der Unabhängigkeit verzichtet sie auf Gelder der Leistungserbringer, Krankenkassen und der öffentlichen Hand. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Beiträgen ihrer 55.000 Mitglieder und Förderer. Mit dem Patientenschutztelefon bietet sie Hilfesuchenden und Betroffenen praktische Unterstützung bei Fragen rund um das Pflegerecht, Pflegeeinstufungen und Pflegemissstände. Ebenso hilft sie bei der Durchsetzung des Anspruchs auf Palliative Care und Sterbebegleitung, bietet Beratungen und Umsetzung von Patientenverfügungen sowie Hilfe beim Krankenkassenwechsel an. Sie hieß früher Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung.


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