Hospiz

30.01.2014

Organspende: Entscheidungen über Leben und Tod darf nicht ein privater Verein Bundesärztekammer treffen, sondern nur der Gesetzgeber.

Zu den schlechten Überlebensaussichten nach Organtransplanationen hier in Deutschland nimmt der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, Stellung:
 
"Wenn die Überlebensaussichten von Menschen nach Organtransplantation in Deutschland im europäischen Vergleich so gering sind, gibt es dafür einen Grund: Obwohl der Gesetzgeber im Transplantationsrecht "Dringlichkeit" und "Erfolgsaussicht" als gleichberechtigte Kriterien für die Verteilung festlegt, weicht die Bundesärztekammer in ihren Richtlinien von der gesetzlichen Vorgabe ab. Sie stellt hauptsächlich auf Dringlichkeit ab. Das heißt: Der Empfänger muss besonders krank sein. Je kranker, desto schneller empfängt er ein Organ. Die Regeln der Bundesärztekammer zögern die Organzuteilung auf den schlechtest möglichen Gesundheitszustand des Patienten hinaus. Das mag vertretbar sein, ist aber ethisch nicht zu akzeptieren. Denn die Entscheidung über Leben und Tod darf nicht ein privater Verein Bundesärztekammer treffen, sondern nur der Gesetzgeber. Er toleriert schon seit Jahren diese Abweichungen. Hier kann politisch Abhilfe geschaffen werden. Im Gegensatz dazu hat weder die Transplantationsmedizin noch die Politik Einfluss auf die Qualität der Organe."

Hinweise der Deutschen Stiftung Patientenschutz

  • Seit Juli 2009 muss der gesetzlich versicherte Patient für einen Hospizaufenthalt keinen Eigenanteil mehr bezahlen. Ausgenommen sind Sonderleistungen, wie zum Beispiel ein Fernsehanschluss. Erhalten Sie dennoch eine Rechnung über einen Eigenanteil, prüfen wir diese gern für Sie.
  • Als Privatversicherter sollten Sie vor einem Hospizaufenthalt bei Ihrer Krankenkasse erfragen, ob die Kosten übernommen werden. Das gilt vor allem dann, wenn diese Leistung in Ihrer Versicherungpolice nicht erwähnt wird. Manche privaten Kassen übernehmen die Kosten aus Kulanzgründen. Bei Schwierigkeiten wenden Sie sich bitte an uns.
  • Ist die Dauer des Aufenthalts im Hospiz länger als erwartet, lehnt die Krankenkasse unter Umständen die weitere Kostenübernahme ab. Der Patient wird dazu aufgefordert, wieder nach Hause oder in ein Pflegeheim umzuziehen. Ob zu Recht oder Unrecht, muss im Einzelfall geprüft werden. Als Betroffener wenden Sie sich bitte an uns.
  • Der Wechsel in ein Hospiz ist für Pflegeheimbewohner nahezu ausgeschlossen. Deshalb empfiehlt es sich, bereits bei der Entlassung aus dem Krankenhaus auf einen Hospizaufenthalt zu drängen, falls eine entsprechende Krankheitssituation vorliegt. Lehnt die Krankenkasse das ab, wenden Sie sich bitte umgehend an uns.