Hospiz

13.11.2017

Schwerpunktapotheken: Es ist höchste Zeit, jetzt Konsequenzen zu ziehen

Zum Prozessauftakt gegen den Bottroper Apotheker wegen gepanschter Krebsmedikamente erklärt der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch:

„Bund und Länder dürfen nicht auf das Ende des Prozesses gegen den Bottroper Apotheker warten. Es ist höchste Zeit, jetzt Konsequenzen zu ziehen. Denn es geht um die Sicherheit von hunderttausenden Patienten, die durch die individuelle Krebstherapie auf ein Weiterleben hoffen. Es gilt, mögliche Einzeltäter abzuschrecken oder frühzeitig zu erkennen. Dazu müssen die gesetzlichen Regelungen zur Kontrolle der Schwerpunktapotheken dringend bundesweit verschärft werden. Schließlich gibt es deutschlandweit 300 dieser Schwerpunktapotheken, die über Ländergrenzen hinweg tätig sind. Auch der Bottroper Apotheker hat seine Medikamente in sechs Bundesländer geliefert. Unangekündigte Stichprobenkontrollen müssen viermal jährlich durch Amtsapotheker stattfinden. Zudem gilt es, nicht verbrauchte individuelle Krebsmittel zentral zu sammeln und stichprobenartig auf die Wirkstoffe zu überprüfen. Anschließend müssen diese Rückläufer vernichtet werden. Damit ist ausgeschlossen, dass Präparate zurück in die Apotheke gelangen und wiederverwendet werden können.“


Hintergrund
Die gemeinnützige Deutsche Stiftung Patientenschutz ist die Sprecherin der schwerstkranken, schwerstpflegebedürftigen und sterbenden Menschen. Zur Wahrung der Unabhängigkeit verzichtet sie auf Gelder der Leistungserbringer, Krankenkassen und der öffentlichen Hand. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Beiträgen ihrer 55.000 Mitglieder und Förderer. Mit dem Patientenschutztelefon bietet sie Hilfesuchenden und Betroffenen praktische Unterstützung bei Fragen rund um das Pflegerecht, Pflegeeinstufungen und Pflegemissstände. Ebenso hilft sie bei der Durchsetzung des Anspruchs auf Palliative Care und Sterbebegleitung, bietet Beratungen und Umsetzung von Patientenverfügungen sowie Hilfe beim Krankenkassenwechsel an. Sie hieß früher Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung.

 

Hinweise der Deutschen Stiftung Patientenschutz

  • Seit Juli 2009 muss der gesetzlich versicherte Patient für einen Hospizaufenthalt keinen Eigenanteil mehr bezahlen. Ausgenommen sind Sonderleistungen, wie zum Beispiel ein Fernsehanschluss. Erhalten Sie dennoch eine Rechnung über einen Eigenanteil, prüfen wir diese gern für Sie.
  • Als Privatversicherter sollten Sie vor einem Hospizaufenthalt bei Ihrer Krankenkasse erfragen, ob die Kosten übernommen werden. Das gilt vor allem dann, wenn diese Leistung in Ihrer Versicherungpolice nicht erwähnt wird. Manche privaten Kassen übernehmen die Kosten aus Kulanzgründen. Bei Schwierigkeiten wenden Sie sich bitte an uns.
  • Ist die Dauer des Aufenthalts im Hospiz länger als erwartet, lehnt die Krankenkasse unter Umständen die weitere Kostenübernahme ab. Der Patient wird dazu aufgefordert, wieder nach Hause oder in ein Pflegeheim umzuziehen. Ob zu Recht oder Unrecht, muss im Einzelfall geprüft werden. Als Betroffener wenden Sie sich bitte an uns.
  • Der Wechsel in ein Hospiz ist für Pflegeheimbewohner nahezu ausgeschlossen. Deshalb empfiehlt es sich, bereits bei der Entlassung aus dem Krankenhaus auf einen Hospizaufenthalt zu drängen, falls eine entsprechende Krankheitssituation vorliegt. Lehnt die Krankenkasse das ab, wenden Sie sich bitte umgehend an uns.