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Multiresistente Erreger und Krankenhaushygiene

Was versteht man unter „resistenten Erregern“? Warum sind Infektionen in Krankenhäusern so gefährlich?

Jeder Mensch kommt ständig mit unterschiedlichsten Bakterien in Kontakt, entweder durch direkte Berührung oder über eine Tröpfchenübertragung. Das Immunsystem eines gesunden Menschen wehrt Erreger ab, ohne dass dieser es bemerkt. Gefährlich können Erreger aber dann werden, wenn das körpereigene Abwehrsystem geschwächt ist. Deshalb kommen ernsthafte Infektionen vor allem in Krankenhäusern vor. Das können Harnwegs- oder Atemwegsinfektionen sein, aber auch Wundinfektionen bis hin zur Blutvergiftung (Sepsis). Vor allem frisch operierte, chronisch kranke und geschwächte Patienten sind gefährdet. Sowohl durch Kontakt mit dem Krankenhauspersonal und Besuchern als auch durch Gegenstände im Krankenhaus könne Erreger in den Körper gelangen und dort eine Infektion auslösen. Die meisten dieser Infektionen können gut mit Antibiotika behandelt werden.

 

Multiresistente Erreger verantwortlich für viele Todesfälle

Multiresistente Erreger (MRE) sind Krankheitskeime, die auf viele Antibiotika nicht mehr ansprechen. Gesicherte Zahlen gibt es hierzu nicht. Schätzungen gehen von rund 500.000 bis 900.000 Infektionen pro Jahr in deutschen Krankenhäusern aus. Jährlich sterben bis zu 30.000 Menschen daran. Der bekannteste multiresistente Keim ist MRSA. Diese Abkürzung steht für Methicillin resistenter Staphylococcus aureus.

 

Dringend Verbesserungen geboten – Vorbild Niederlande

Vorbild im Bereich der Krankenhaushygiene sind die Niederlande, wo – bedingt durch höhere Sicherheitsstandards und Screenings – nur ein Bruchteil an MRSA-Fällen auftritt. Wenn hierzulande über Maßnahmen diskutiert wird, wie diese Situation verbessert werden kann, steht häufig das Thema Handdesinfektion im Mittelpunkt. Ein weiterer Punkt ist eine Sensibilisierung bei der Verordnung von Antibiotika, um die Resistenzentwicklung zu bremsen. Auch der massive Einsatz dieser Medikamente in der Tierhaltung kann die Bildung resistenter Keime fördern. Daneben gibt es viele weitere Möglichkeiten, um Krankenhausinfektionen einzudämmen. Seit Jahren weist die Deutsche Stiftung Patientenschutz darauf hin.

 


Forderungen der Deutschen Stiftung Patientenschutz

  • Transparenz bei Ausbrüchen: Die Öffentlichkeit muss sofort und nicht erst Wochen nach Ausbruch einer schwerwiegenden Infektion in einem Krankenhaus informiert werden.
  • Systemwechsel bei Screenings: Infektionen müssen aktiv aufgespürt werden, statt nur auf einen Ausbruch zu reagieren. Durchführung regelmäßiger Screenings bei Patienten und Personal, wenn ein Risiko nicht ausgeschlossen werden kann. Risikopatienten müssen bis zum Untersuchungsergebnis isoliert behandelt werden. Auch bei der Entlassung aus dem Krankenhaus muss ein Ausgangsscreening bei Risikopatienten stattfinden.
  • Einstellung zusätzlicher Pflegekräfte und Hygiene-Fachkräfte in Krankenhäusern.
  • Einrichtung einer „Hygiene-Ampel“ in jedem Krankenhaus. Aus dieser muss für Patienten und Öffentlichkeit ersichtlich sein, ob die Klinik neben den Mindestanforderungen auch zusätzliche Hygienestandards umsetzt.
  • „Aktionsplan Hygiene“ von Bund und Ländern: Für Krankenhäuser müssen bundesweit einheitliche und verbindliche Richtlinien für Hygienestandards geschaffen werden.
  • Einsichtsrecht für Patienten in die Hygienedokumentation der Krankenhäuser.


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