Pressemeldungen

31.08.2007

Deutsche Hospiz Stiftung: Politik muss angesichts skandalöser Zustände in Pflegeheimen handeln

Dortmund. „Wenn mehr als 3 von 10 Deutschen lieber Suizid begehen wollen, als zum Pfle-gefall zu werden, ist das ein dringender Appell an die Politik zu handeln“, verdeutlicht der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch. Das ist angesichts der heutigen Medienberichterstattung über skandalöse Zustände in deutschen Pflegeheimen, die ein aktueller Prüfbericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen attestiert, nicht verwunderlich.

„Für die Grund- und Basisversorgung von Pflegebedürftigen geben wir in Deutschland weitaus weniger aus als unsere nordeuropäischen Nachbarn“, kritisiert Brysch. Schuld sind also nicht die Pflegeheime. So besteht auch für Pauschalkritik an Pflegeheimen und Pflege-personal kein Anlass. Anstatt sich die Pflegenden zu Gegnern zu machen, sollten sie für eine Verbesserung der Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden zu Verbündeten wer-den. Dabei packen die bisher veröffentlichten Pläne von Ulla Schmidt zur Pflegereform, wie etwa zehn Tage Pflegeurlaub für pflegende Angehörige, die Probleme nicht an der Wurzel. „Ein großer Wurf in Sachen Pflegereform scheint nicht in Aussicht“, so Brysch.

Hintergrund

Die gemeinnützige und unabhängige Deutsche Hospiz Stiftung ist die Patien-tenschutzorganisation der Schwerstkranken und Sterbenden. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Beiträgen von über 55.000 Mitgliedern und Förderern. Schirmherrin der Stiftung ist die Schauspielerin Uschi Glas.