Pressemeldungen

31.07.2003

ZDF verfehlt öffentlich-rechtlichen Informationsauftrag – Deutsche Hospiz Stiftung kritisiert einseitige Dokumentation zum Thema Sterbehilfe

Dortmund / Mainz. Mit der zweiteiligen Dokumentation „Sterben verboten“ greift das ZDF in die Diskussion um menschenwürdiges Sterben ein. Der unterstellte Wunsch weniger Menschen nach aktiver Sterbehilfe wird hierbei einseitig in den Vordergrund gestellt. Befürworter und „Vollstrecker“ der Euthanasie, der zielgerichteten Tötung von Menschen, bekommen beim ZDF ein Forum, ohne kritisch hinterfragt zu werden. Die Deutsche Hospiz Stiftung kritisiert diese parteiische Berichterstattung und fordert den Intendanten des ZDF auf, seinem öffentlichen Auftrag nach ausgewogener Information der Bevölkerung gerecht zu werden. „Erst hospizliche Begleitung und Palliative-Care-Versorgung ermöglichen wirkliche menschenwürdige Begleitung am Lebensende. Hier sind in Deutschland allein 1.200 Dienste tätig. Dies darf in einer solchen Dokumentation nicht unerwähnt bleiben“, so Elke Simon, Bundesbeauftragte für das Schmerz- und Hospiztelefon der Stiftung. Der zweite Teil am 6. August „Leben wider Willen“ wird ebenso die hospizliche Wirklichkeit in Deutschland ausblenden.

Assistiert das ZDF den Sterbehelfern?

Nach den ausschweifenden Darstellungen von Dignitas, einer gerade in ihrem Mutterland Schweiz stark umstrittenen Euthanasieorganisation, stellt sich die Frage, warum das ZDF den Sterbehelfern eine so bedeutende Plattform einräumt. Völlig zu Unrecht wirft die Autorin der gestrigen Sendung Politik und Ärzteverbänden eine „Vogelstrausspolitik“ vor. Diese trauten sich angeblich nicht an das Thema Sterbehilfe heran. Fakt ist jedoch, dass gerade in Deutschland ein breiter gesellschaftlicher Konsens gegen aktive Sterbehilfe besteht.

Statt Sterbehelfern bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit zu assistieren, fordert Elke Simon das ZDF auf, die unterschiedlichen Facetten von Hospizarbeit und Palliative-Care darzustellen. „Palliative-Care – die moderne und umfassende Schmerztherapie und Pflege mit Linderung quälender Begleiterscheinungen - muss zum festen Bestandteil der Regelversorgung werden.“

Hintergrund

Die gemeinnützige und unabhängige Deutsche Hospiz Stiftung ist die einzige Patientenschutzorganisation für Schwerstkranke und Sterbende. Sie finanziert sich aus den Beiträgen von etwa 55 000 Spendern und Mitgliedern. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen DZI hat der Stiftung sein Spendensiegel verliehen, das Markenzeichen seriöser spendensammelnder Organisationen.