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Patientenschützer kämpfen gegen alltäglichen Pflegewahnsinn

Erfahren Sie hier mehr über eine Familie, die sich Hilfe bei den Patientenschützern sucht, weil eine Angehörige grobe Pflegefehler erleiden musste.

„Wenn man sein Liebstes abgibt und bekommt einen fast leblosen Menschen zurück - das ist so traurig.“ Diese Worte klingen Patientenschützer Oliver Hintz noch heute in den Ohren. Im März erhält er einen Anruf von Johanna S. am Patientenschutztelefon. Erschüttert berichtet sie, was ihrer Mutter Irene W. in einem Pflegeheim in Wolfratshausen widerfahren ist. „Meine Mutter war immer ruhig, lieb und ganz entspannt. Trotz ihrer Demenz konnte sie mit Unterstützung laufen, sich anziehen und essen. Sie hat einfache Dinge problemlos verstanden und wir haben sie überall mithingenommen.“ Doch im Januar muss Tochter Johanna S. operiert werden. Fünf Wochen Kurzzeitpflege scheinen für alle Beteiligten die beste Lösung zu sein. „Im Pflegeheim haben wir zwei Stunden lang über meine Mutter gesprochen, über ihre Vorlieben und Abneigungen, was sie kann und wo sie Hilfe braucht. Ich hatte kein schlechtes Gefühl“, erinnert sich die Tochter.

 

„In Deutschland muss man Angst haben, alt und krank zu werden“, sagt Günther P.

Stutzig wird zunächst ihr Lebensgefährte Günter P., der die alte Dame im Heim besucht. „Ich kam nachmittags in den Speisesaal und fand sie nicht. Eine andere Bewohnerin zeigte in eine Ecke. Da lag sie mit dem Gesicht im Sahnekuchen. Die Pflegekraft war bereits mehrfach an ihr vorbeigelaufen. Angeblich hatte sie nichts bemerkt. Außerdem verstand sie kein Deutsch. Ein anderes Mal lag eine gebrauchte Windelhose vom Vortag auf dem Nachttisch“, erzählt Günter P. Einige Zeit später muss der Arzt gerufen werden. Irene W. ist völlig ausgetrocknet, sie braucht sieben Infusionen. Nun ist die Familie endgültig alarmiert. Sie holen die Mutter vorzeitig nach Hause. „Mutti musste mit dem Krankenwagen gebracht werden. Wiederbekommen haben wir einen teilnahmslosen Menschen. Sie hat sechs Kilo abgenommen und ist seitdem bettlägerig“,  klagt Johanna S. entäuscht.

 

„Unser Patientenschützer redet nicht nur schlau daher, er handelt“, sagt Johanna S.

Die Familie sucht die Aussprache mit dem Heim. Die Verantwortlichen geben Fehler zu, erlassen die noch offenen kleinen Rechnungen. Doch das reicht den Angehörigen nicht. „Wir möchten, dass so etwas dort niemandem mehr passiert. Deshalb haben wir nach Experten gesucht, die sich der Sache annehmen. Herr Hintz von der Deutschen Stiftung Patientenschutz ist genau der Richtige dafür,“ sagt das Paar. Der Patientenschützer fordert die Pflegedokumentation beim Heim an und wertet sie aus. Sein Fazit: „Die Fehler wurden alle ordentlich dokumentiert. Teilweise waren nur 150 ml Flüssigkeit am Tag verzeichnet. Das ist ein trauriges Beispiel für den alltäglichen Pflegewahnsinn in vielen Heimen. Zu wenig und schlecht ausgebildetes Personal, Zeitmangel, Stress - das System ist krank.“ Hintz fordert das Heim zu einer Stellungnahme auf, der zweite Schritt ist die Schadensersatzforderung. „Es darf einfach nicht sein, dass derart eklatante Fehler ohne Folgen bleiben und dafür dann die Pflegeversicherungen und der Patient auch noch bezahlen. Die guten Noten des Pflege-TÜV´s täuschen zusätzlich vor, dass alles in bester Ordnung ist. Wir Patientenschützer sind unabhängig und haben das medizinische und juristische Wissen, um für kranke und pflegebedürftige Menschen zu kämpfen. Und das tun wir mit aller Konsequenz. Denn weh tut es den Pflegeanbietern erfahrungsgemäß erst dann, wenn sie zahlen müssen“, erklärt Hintz.


Das Thema Pflege nimmt in der Arbeit der Deutschen Stiftung Patientenschutz den ersten Rang ein. Die Stiftungsexperten setzen sich dafür ein, dass alte und schwerkranke Menschen so gepflegt werden, wie es ihren Bedürfnissen und Rechten entspricht. Sie schauen den Pflegeanbietern auf die Finger und gehen dann gezielt gegen Missstände vor.


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